Im Laufe der Geschichte hat die staatliche Zugehörigkeit des südlichen Teils von Jütland mehrmals zwischen Dänemark und Deutschland gewechselt. Dies spiegelt sich auch in den Beständen wider.
Vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis 1864 war Schleswig ein selbständiges Herzogtum unter der dänischen Krone. Ab 1864/67 wurde Schleswig ein Teil der neu geschaffenen preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Die Administration wurde weitgehend nach preußischem Muster umgestaltet und gestrafft. Durch die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg wurde Nordschleswig wieder in den dänischen Staat eingegliedert. Anders als in der Zeit vor 1864 erhielt die Region jedoch keine Sonderstellung, und in nahezu allen Bereichen wurde die Administration derjenigen im übrigen Dänemark angepasst.
Viele der älteren Archivalien aus der Zeit vor 1920 sind zwischen dem Landesarchiv für Nordschleswig und dem Landesarchiv für Schleswig-Holstein in Schleswig geteilt. Die historische Entwicklung bedeutet, dass die Bestände im Landesarchiv für Nordschleswig sich von den Beständen in den übrigen dänischen Landesarchiven unterscheiden. Dies gilt insbesondere für die Bestände der herzoglichen Administration vor 1864 und der preussischen Administration zwischen 1864 und 1920. Hierzu kommen zahlreiche Privatnachlässe und Vereinsarchive aus der Zeit der nationalen Gegensätze seit den 1840'ern, Archive der deutschen Minderheit in der NS-Zeit, der Besatzungszeit 1940-1945 und der späteren Rechtsabrechnung 1945-1947.
Das Landesarchiv für Nordschleswig hat, wie die anderen Landesarchive, umfassende Bestände von grosser Wichtigkeit für Ahnenforscher: Kirchenbücher (das älteste datiert aus dem Jahr 1573), Volkszählungen, Geburts-, Heirats- und Sterberegister der Standesämter (ab 1874), Schuld- und Pfandprotokolle (das älteste datiert aus dem Jahr 1669) und Grundbücher (1880-1950).